Bildung, Kultur - WIR
In 2018 fasste der damalige Stadtrat den Beschluss, in Winsen (Luhe) die Horte abzuschaffen. Damit verschwand in den Winsener Grundschulen eine Einrichtung, die Bildung, Betreuung und vor allem das Kindeswohl im Blick hatte.
Für mich persönlich war das der Anlass - mit Unterstützung - eine Elterninitiative zu gründen und mich mit anderen Eltern zu engagieren. Wir sammelten Unterschriften, gingen in die Ausschuss- und Ratssitzungen, um zu erläutern, wie wichtig eine vernünftige Nachmittagsbetreuung in Kombination mit Bildung ist. Gehört wurden wir nicht. Im Gegenteil - in den Ausschüssen wurde uns regelmäßig Redeverbot erteilt und in den Ratssitzungen wurden wir belächelt. Wir fühlten uns nicht mehr ernst genommen.
Als ich gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könne, in die Kommunalpolitik gehen möchte - war das genau der Blick, der mich hadern ließ. Dennoch stimmte ich zu.
Seitdem steht für mich die Bildung an erster Stelle. Eine Ganztagsbetreuung darf keine pure "Aufbewahrung" sein. Bildung muss kindgerecht und zukunftsorientiert sein. Und Bildung beginnt nicht erst im Kindergarten oder in der Schule, sondern direkt vor Ort - in unserer Stadt. Unsere Musikschule, der Heimat- und Museumverein, die Kulturvereine, unsere Feuerwehren, unsere Vereine direkt vor Ort leisten Bildungsarbeit und das meist ehrenamtlich. Davon profitieren unsere Kinder. Sie lernen spielerisch Musikinstrumente, den Umgang mit der Geschichte, Sport und Spiele, Fairness und wichtiges Wissen bei Bränden. Deshalb gehört für mich zur Bildung die Vernetzung von Vereinen, Betrieben, Kulturträger mit unseren Kindergärten und unseren Schulen, um jedem Kind gleiche Chancen zu geben.
Kindergartenkinder müssen die Chance für einen gesunden und nachhaltigen Spracherwerb bekommen. Unsere Kinder müssen endlich wieder im Fokus stehen.
In Gesprächen mit den Einrichtungen zeigt sich allerdings, dass Wartelisten lang sind. Kinder müssen abgewiesen werden, weil keine Plätze frei oder die Räumlichkeiten zu klein sind. Unsere Kindergärten und Schulen arbeiten stellenweise am Rand der Überforderung, weil die Ausbildungen und überaltert sind und nicht auf die Realität vorbereiten oder die Rahmenbedingungen ignoriert werden. Denn - unsere Kinder wachsen in einer medialen Welt auf, die derart an Geschwindigkeit gewonnen hat, dass wir Eltern gefordert sind. Um Kindern gerecht zu werden, sie optimal zu fördern, muss Bildung anders gedacht werden.
Meine Kontakte zum Land nutze ich, um genau diese Themen an der richtigen Stelle zu platzieren.
Hier vor Ort setze ich mich dafür ein, auf städtischer Seite unsere Bildungspartner so zu stärken, dass unsere Kinder den Zugang zu den Einrichtungen erhalten. Denn Bildung beginnt hier vor Ort - bei unseren Kulturträgern, unseren Vereinen, unseren Feuerwehren und vor allem in unseren Kindergärten und Schulen.